Aktiv sein und bleiben

Paracelsus Harz Klinik Bad Suderode

Endlich. Aufbruch nach Bad Suderode im Harz. Es ist Sonntag-Morgen. Die Sonne scheint.

Mit dem Zug verlasse ich meine Freunde am Rande Berlins. In Magdeburg steige ich in den Harzexpress, der mich nach Quedlinburg bringt. Dort warte ich auf den Bus Nr. 31. Es ist aber ein Sammeltaxi eingesetzt, da Busse um diese Tageszeit nicht rentabel sind.

Beim Aussteigen am Kurzentrum Bad Suderode fragt mich der Taxifahrer wohin ich eigentlich möchte. Ich antworte: „In die Paracelsius-Harz-Klinik.“ Er erwidert: „Steigen Sie bitte wieder ein!“ Er dreht sich zu den anderen Fahrgästen und fährt fort: „Wir machen heute mal einen kleinen Umweg. Ich möchte dem Herrn diesen Weg mit der schweren Tasche nicht zumuten.“ Später stellt sich heraus, dass der Fußweg vom Kurzentrum Bad Suderode zur Paracelsus-Harz-Klinik zwar nur auf 800 Meter beziffert wird, aber sehr steil ansteigt. Deshalb bin ich dem Taxifahrer sehr dankbar.

Mit einem Lächeln und einem freundlichen Spruch auf dem Lippen komme ich in der Paracelsus-Harz-Klinik an. Die freundliche Rezeptionistin händigt mir meinen Zimmerschlüssel und eine Mappe mit Informationen sowie meinen Wochenplan mit meinen Anwendungen aus. Nun geht sie los: Meine Aktivwoche „Ernährung“ der Salus BKK.

Ich bin in einem geräumigen Zweibettzimmer mit Balkon, Duschbad und Toilette im Gästehaus untergebracht. Die Klinik hat „ein Herz für Singles“. Deshalb brauche ich keinen Einzelzimmerzuschlag bezahlen. Im Zimmer befinden sich noch eine Couch, ein Sessel, Telefon, Radiowecker und TV.

Nach dem Mittagessen erfahre ich zufällig, dass ein regionaler Unternehmer einen Ausflug nach Halberstadt für 12,- Euro/Person anbietet. Es sind noch zwei Plätze frei. Ich nutze die Gelegenheit und besichtige den Halberstätter Dom und das größte Weinfaß Deutschlands im Schloß Halberstadt.

Zurück in der Klinik, beim Abendbrot komme ich mit einem weiteren Gast der BKK Aktivwoche ins Gespräch. Wir beschließen, Bad Suderode am Abend zu Fuß zu erkunden. Los geht es durch die kleine Parkanlage mit dem von der Sonne verbrannten Rasen, den steilen Abhang im Wald hinunter zum Kurzentrum.

Das Kurzentrum Bad Suderode ist riesengroß aber leider findet sich am Eingang ein Hinweis, dass es seit Ende Juni geschlossen ist. Schade. Hoffentlich findet sich bald ein Investor, der das Kurzentrum wieder belebt.

Weiter geht es über einen Platz an dem sich „Antje’s Café Stube“ befindet. Dieses Café ist für seinen leckeren Kuchen bekannt. Ich bin aber wegen der gesunden Ernährung hier. Deshalb halten wir Abstand und laufen weiter in Richtung Bahnstrecke. Rechts, in einer Nebenstraße befindet sich eine kleine Kirche. Wir gehen weiter in Richtung Gernrode.

Am Ortsrand von Gernrode befragen wir einen Einwohner zur Schmalspurbahn. Er erläutert uns, dass der Bahnhof Bad Suderode näher ist und weist uns den Weg. Wir laufen zum Bahnhof Bad Suderode. Per Zufall soll in wenigen Minuten gegen 19:10 Uhr nach Quedlinburg fahren, der etwa eine Stunde später wieder in Bad Suderode ist. Spontan beschließen wir, der andere Aktivwochenteilnehmer und ich, heute Abend noch eine Schmalspurbahnfahrt mit Dampflock durch die schöne Landschaft zu unternehmen.

Am nächsten Morgen treffe ich die anderen Aktivwochenteilnehmer bei der offiziellen Begrüßung. Auch sie haben diese Aktivwoche bei ihrer Betriebskrankenkasse (BKK) gebucht. Da die Aktivwoche eine vorbeugende Maßnahme ist, übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten, wenn man an den geplanten Pflicht-Anwendungen teilgenommen hat.

Bis zum Mittagessen ist noch etwas Zeit. Mit zwei Frauen fahre ich mit deren Auto nach Quedlinburg. Hier bummeln wir durch die Stadt und trinken anschließend gemeinsam Kaffee.

Am Montag-Nachmittag findet die Einweisung zur medizinischen Trainingsterapie statt. Dieses Gerätetraining dient der Stabilisierung und dem Aufbau der Muskulatur. Ein regelmäßiges Training ist empfehlenswert. Deshalb können wir Teilnehmer der Aktivwoche die Geräte noch dreimal nach eigenem Ermessen nutzen.

Blick auf Thale

Dann ist wieder Freizeit. Die beiden Frauen vom Vormittag und ich fahren gemeinsam zum Hexentanzplatz in Thale. Wir haben von hier oben einen wunderschönen Ausblick bei tollem Wetter. Nur der große Parkplatz ist recht teuer. Er kostet 3,50 Euro die erste Stunde und dann jeweils 0,50 Euro für jede angefangene Stunde, maximal 7,- Euro.

Nach dem Abendbrot in der Klinik gehe ich in die Halle zum Schwimmen. Für BKK-Gäste ist die Nutzung der Schwimmhalle täglich kostenlos möglich. Leider beschränken sich die Hallenzeiten auf abends 19:00 bis 21:00 Uhr, da immer ein Schwimmmeister anwesend sein muss.

Am Dienstag haben wir einen vollen Therapieplan. Zunächst erklärt die Ernährungsberaterin in einem Vortrag, dass es auf eine ausgewogene und bewusste Ernährung ankommt. Fett-, Kalorienarm und Belaststoffreich soll sie sein. Es folgt eine Einweisung zum Nordic Walking und danach eine „Progressive Muskelentspannung“. Eine anstrengende, aber wohltuende Wirbelsäulengymnastik nach dem Mittagessen beendet den Therapietag.

Thomas Greve im Sessellift zur Roßtrappe

Weil es mir in Thale so gut gefallen hat, begleite ich am Nachmittag einen anderen Gast zum Hexentanzplatz. Hier buchen wir ein Seilbahnkomplettpaket. Wir fahren mit der Kabinenseilbahn ins Tal nach Thale. Die Kabine hat sogar einen durchsichtigen Boden aus Plexiglas. Unten angekommen laufen wir am Klettergarten vorbei zum Sessellift, der uns hoch zur Roßtrappe bringt. Nach wenigen Minuten Wanderung erreichen wir den Abdruck des Rosses der Brunhilde.

Die Seilbahnen sind nur bis 18:00 Uhr geöffnet. Deshalb müssen wir uns beeilen, obwohl das schöne Wetter zum Verweilen einlädt. Also fahren wir mit dem Sessellift ins Tal und mit der Kabinenseilbahn zurück auf den Hexentanzplatz. Hier genießen wir nochmals die schöne Aussicht.

Zurück in Bad Suderode lassen mein neuer Bekannter und ich den Abend auf meinen Balkon bei einem Glas Wein ausklingen. Dabei beobachten wir den Eichelhäher und ein Eichhörnchen im angrenzenden Wald.

Der Mittwoch fängt mit dem Seminar „Tipps und Tricks zum gesunden Abnehmen“ an. Eine gute Kombination aus bewusster, gesunder Ernährung und viel Bewegung ist wichtig. Darauf folgt eine Runde Nordic Walking. Wir walken vom Klinikgelände zum Park des Kurzentrums und zurück. Die Bewegung macht Spaß. Am Nachmittag beschäftigen wir uns am sogenannten „Lehrbuffet“ mit den Zutatenlisten der einzelnen Lebensmittel. Die Ernährungsberaterin gibt zu bedenken, dass die Zutaten, die sich hauptsächlich im Lebensmittel befinden, an der ersten Stelle der Zutatenliste eingetragen werden. Dort sollte bei Teigwaren möglichst immer „Vollkorn…“ stehen. Der Zucker- und Fettgehalt und somit der Brennwert der Lebensmittel sollte möglichst gering sein. Eine gute Hilfestellung in der Paracelsus-Harz-Klinik ist, dass am Frühstücks- und Abendbrotbuffet die Lebensmittel nach dem Ampelsystem (Grün, Gelb, Rot) und zusätzlicher Brennwertangabe ausgezeichnet sind. Dadurch fällt mir die Auswahl der „richtigen“ Zutaten noch leichter.

Später bringen wir bei einer intensiven Wassergymnastik den Stoffwechsel nochmals richtig in Schwung. Dann fahren drei Aktivwochenteilnehmer und ich mit dem Auto nach Quedlinburg. Hier treffen wir auf die mdr-„Hier ab Vier“-Fernsehproduktion. Interessiert beobachten wir das Tun der TV-Crew.

Nach einer Tasse Kaffee wollen wir die Stiftskirche auf dem Schlossberg besichtigen. Leider wird dort gerade ein Theaterstück geprobt und aufgezeichnet. Stattdessen gehen wir ins Schlossmuseum.

Bei Nieselregen fahren wir nach dem Abendessen nach Thale. Wir erreichen das Bodetal in der Nähe der Jugendherberge. Der Regen hört gerade auf. Wir nutzen die Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang entlang der Bode.

Am Donnerstag-Morgen bereiten wir in der Lehrküche der Paracelsus-Harz-Klinik leckere Brotaufstriche und Müsli und verzehren diese anschließend zum Frühstück. Es folgen eine progressive Muskelentspannung und nach dem Mittagessen eine Wirbelsäulengymnastik.

Circa 13:30 Uhr nimmt mich ein anderer Teilnehmer mit dem Auto mit nach Wernigerode. Auf dem Marktplatz mit dem wunderschönen Rathaus wird gerade das „Hoi An Lampionfest – Vietnam zu Gast in Wernigerode“ vorbereitet.

Wir haben Glück. Gerade haben wir unter einem großen Sonnenschirm Platz genommen und unseren Kaffee bestellt. Da regnet es plötzlich in Strömen. Doch so schnell der Platzregen gekommen ist, so schnell hört er auch wieder auf.

Wir wandern durch Wernigerode hoch zu den Außenanlagen des Schlosses und wieder zurück zum Auto im Parkhaus.

Nach dem Abendessen wandern wir in die nähere Umgebung der Klinik und in den Kurpark Bad Suderode. Wir bedauern es sehr, dass die im BKK-Prospekt angekündigte, geführte Wanderung, während unseres Aufenthaltes nicht stattfindet.

Am Freitag gehe ich gleich nach dem Frühstück zur Wassergymnastik. Anschließend kochen wir unser Mittagessen in der Lehrküche selbst. Wir bereiten fruchtigen Salat mit Körnern zu, Maissuppe, Tomatensuppe, Nudelgratin mit gekochtem Schinken und Erbsen sowie Rübli-Kuchen.

Nach dem Nordic Walking am Nachmittag findet eine gemütliche Abschlussrunde bei Kaffee und Kuchen statt. Hier bekommen wir auch „unsere“ Rezepte zum Nachkochen schön illustriert und abgeheftet.

Am Abend sitzen alle Aktivwochenteilnehmer nochmals gemeinsam auf der Terrasse der Klinik zusammen und halten Rückblick.

Meine Heimreise trete ich am Samstag mit der Bahn von Quedlinburg an. Dorthin hat mich ein Teilnehmer mit dem Auto gebracht. Es ist zwar möglich, ab Kurzentrum Bad Suderode mit dem Bus nach Quedlinburg zu fahren. Doch wie bekommt man das schwere Gepäck zur Bushaltestelle? Die Klinik hat dafür am Wochenende leider keine Lösung.

Alles in Allem war das eine gelungene Woche. Wenn es mir finanziell möglich ist, werde ich gern wieder eine BKK Aktivwoche buchen. Ich denke aber, dass das nächste Mal ein anderes Ziel ansteuern werde. Mal sehen was mir dann der BKK-Katalog bietet.

(Hier geht es zur Foto-Galerie meiner Aktivwoche im Harz.)

Über Thomas Greve

Thomas ist vielseitig interessiert. Besonders gern befindet er sich auf Reisen und Wanderungen. Als Hobbyfotograf findet er dabei die verschiedensten Motive. Seit der 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule beschäftigt Thomas sich mit Computern. Er ist immer wieder fasziniert, wenn er neue Soft- und Hardware kennen lernen kann.

3 Antworten zu Aktiv sein und bleiben

  1. Roland sagte:

    Hallo Thomas,

    Deine Bilder gefallen mir sehr gut. Bisher kennen wir nur den westlichen Teil des Harzes, aber wir wollen uns unbedingt demnächst auch den östlichen Teil – und natürlich auch Wernigerrode – ansehen. Viele Grüße und wir sehen uns in Ludwigslust!?

  2. janegutzi sagte:

    Hallo Thomas,
    Dein Artikel über das Aktivsein im Harz ist toll geschrieben und lädt zum Reisen bzw. zu einer eigenen Aktivwoche ein. Auch wenn Deine Erlebnisse nicht so „blumig“ dargestellt sind, glaubt man doch an manchen Stellen, dabei zu sein.
    Ich habe auch Dein Buch „Lust aufs Leben“ gelesen. Man merkt zwar, daß Du kein Schriftsteller bist, aber gerade das macht Dein Buch zu einem besonderen Leseerlebnis, da Du sehr offen und ehrlich bist.
    Ich wünsche Dir für Deine Zukunft alles Gute.
    JaneGutzi

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